Rheinische Post am 18.04.2026
Eine Messe für den Frieden in St. Martinus
In der Feldsteinkirche präsentierten Sonja Dehn und Christophe Knabe Werke von Fauré, Bizet und Mahler.
VON WOLFGANG DAHMS | KLEVE-BIMMEN
Die Passionsmusik in der kleinen, rund 700 Jahre alten Dorfkirche St. Martinus ist über die letzten Jahre eine gute Tradition geworden. Der rührige Förderkreis „Musica Sacra“, dessen Vorsitzender Dieter Paeßens die Besucherinnen und Besucher traditionell begrüßte, hatte sich zu einer interessanten Kombination der Musik mit der darstellenden Kunst entschieden. Im Mittelpunkt stand dabei der sogenannte „Ebstorfer Auferstehungsweg“. Das sind 13 Bilder, die der Künstler Werner Steinbrecher (gestorben 2008) im Herbst des Jahres 2004 schuf, die Geschichten zum Leiden und der Auferstehung Jesu zeigen. Beginnend an der Südseite der Feldsteinkirche des alten Heidedorfes Hanstedt führt der mit Bildtafeln gestaltete „Auferstehungsweg“ in natura über rund vier Kilometer zum Kloster Ebstorf.
Die 13 Bilder des Künstlers, deren Bezüge über das Osterfest hinaus bis nach Pfingsten reichen, wurden in Kleve auf einer Leinwand im Chorraum der Bimmener Kirche gezeigt und jede Station des Weges mit erläuternden Texten aus der Bibel „versehen“. Diese Texte sprach souverän Hans-Wilhelm Paeßens, langjähriger Lektor in den Gottesdiensten in der Pfarrkirche St. Willibrord Kellen.
Konzertorganist Christophe Knabe, Kantor an St. Willibrord, an der von Antonius Friedrich Gottlieb Heynemann im Jahre 1778 erbauten historischen, sieben Register umfassenden Orgel und die Mezzosopranistin Sonja Dehn aus Köln zeichneten verantwortlich für die musikalische „Begleitung“ des „Auferstehungsweges“. Mit feinem Gespür waren passende Musikwerke ausgesucht worden. So etwa das „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Gabriel Fauré: „Gütiger Jesus, gib Ihnen Ruhe, ewige Ruhe!“ Mit dem „Agnus Dei“ von Georges Bizet fiel sogar ein kleiner „opernhafter“ Schein auf die Passionsmusik, was nicht verwundert, da die Musik auf eine Bühnenmusik Bizets für ein Schauspiel zurückgeht und später mit dem Text des „Lamm Gottes“ unterlegt wurde.
Den ausgewogenen und gut abgestimmten Vorträgen von Mezzosopranistin Sonja Dehn und Organisten Christophe Knabe merkte man ihre jahrelange musikalische Zusammenarbeit deutlich an. Die Passionsmusik endete mit dem „Benedictus“ aus „A Mass for Peace“ des Walliser Komponisten Karl Jenkins (geboren 1944). „Eine Messe für den Frieden“ – was könnte passender sein in dieser Zeit.
Zum Abschluss erklang das „Urlicht“ aus der 2. Sinfonie des Österreichers Gustav Mahler, in den Jahren 1888 bis 1894 entstanden, basierend auf einem Gedicht aus der Sammlung „Des Knaben Wunderhorn“. Die Zuhörenden dankten den Ausführenden für eine eindringliche und nachdenkliche Passionsmusik. Darüber hinaus durfte sich die Hilfsorganisation „UBU“, die behinderte Menschen in Uganda unterstützt, über den Reinerlös der Spendensammlung freuen.
